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Sextortion erkennen: Erpressung mit Intimfotos und Fake-Videos

Bei Sextortion drohen Betrüger mit der Veröffentlichung von Intimfotos oder gefakten Videos und fordern Geld. So erkennst du die Masche und reagierst richtig.

Aktualisiert am

Sextortion ist Erpressung mit sexuellen Inhalten. Die Täter drohen, Intimfotos, Videos oder angeblich kompromittierende Aufnahmen zu veröffentlichen – oft an Freunde, Familie oder den Arbeitgeber – wenn du nicht zahlst. Manchmal ist das Material echt, oft aber erfunden oder per Deepfake gefälscht.

Die Masche trifft Jugendliche und Erwachsene. Sie läuft über Dating-Apps, Messenger, soziale Netzwerke oder als kalte Erpressungs-Mail.

So läuft Sextortion typischerweise ab

  1. Kontakt aufbauen. Ein attraktives Profil schreibt dich an – oft Catfishing mit gestohlenen Fotos. Manchmal startet die Erpressung auch ohne vorherigen Chat.
  2. Intime Inhalte. Du sollst Nudes schicken, am Videochat teilnehmen oder „vertrauliche" Bilder austauschen. Manche Täter nutzen gehackte Cloud-Accounts oder alte Leaks.
  3. Die Drohung. Plötzlich droht die Veröffentlichung – an Kontakte aus deiner Freundesliste, per Social Media oder an den Arbeitgeber. Alternativ: eine Mail behauptet, es gäbe bereits ein Video von dir.
  4. Geld oder mehr Material. Du sollst per Überweisung, Gutscheinkarte oder Krypto zahlen – oder weitere Bilder schicken. Nach der ersten Zahlung folgen oft neue Forderungen.

Verwandt, aber anders: Beim Romance Scamming geht es um vorgetäuschte Liebe und Notlagen. Bei Ransomware werden Dateien verschlüsselt, nicht mit Intimität gedroht.

Bekannte Varianten aus der Praxis

  • Webcam- oder Chat-Erpressung: Nach einem Flirt-Chat oder angeblichen Video-Call droht die Veröffentlichung. Oft gab es nie echtes Material – nur Druck.
  • Massenmail mit Passwort-Bluff: „Ich habe dich beim Surfen gefilmt. Hier ist dein altes Passwort als Beweis." Das Passwort stammt aus einem Datenleck, ein Video existiert meist nicht.
  • Deepfake-Drohung: Gefälschte Intimbilder oder Videos sollen glaubwürdig wirken – siehe Deepfakes verstehen.
  • Hack und Account-Übernahme: Nach einer Account-Übernahme greifen Täter auf echte Fotos zu und erpressen damit.

Daran erkennst du Sextortion

  • Plötzliche Drohung mit Veröffentlichung sexueller Inhalte.
  • Sofortige Geldforderung oder Bitte um Gutscheincodes / Krypto.
  • Druck zur Geheimhaltung – du sollst mit niemandem reden.
  • Kaum oder keine echten Belege, oder nur ein altes Passwort aus einem Leak.
  • Profil wirkt zu perfekt, treibt schnell zu Intimität und wechselt abrupt zum Erpresser-Ton.

So schützt du dich

  1. Keine Intimbilder an Unbekannte schicken – auch nicht „nur kurz" im Chat.
  2. Videocalls mit Fremden kritisch prüfen; Kamera und Mikrofon bewusst steuern.
  3. Starke, einzigartige Passwörter und Zwei-Faktor-Authentifizierung für Mail, Cloud und Social Media.
  4. Verdächtige Erpressungs-Mails nicht beantworten und nicht auf Links klicken – oft steckt Phishing dahinter.
  5. Freundeslisten und Privatsphäre so einstellen, dass Fremde weniger über dich erfahren.

Was tun, wenn du erpresst wirst?

  1. Nicht zahlen und den Kontakt abbrechen – Zahlung beendet die Erpressung selten.
  2. Beweise sichern: Screenshots von Chats, Profilen, Forderungen, Kontodaten – ohne weitere Inhalte zu senden.
  3. Accounts sichern: Passwörter ändern, 2FA aktivieren, verdächtige Geräte abmelden.
  4. Anzeige erstatten – in vielen Bundesländern online über Online-Strafanzeige. Sextortion ist eine Straftat.
  5. Hilfe holen: Mit einer Vertrauensperson sprechen oder eine Beratungsstelle kontaktieren. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und lokale Opferberatungen unterstützen auch bei digitaler Gewalt.
  6. Plattform melden, über die der Kontakt lief – Profil und Inhalte melden lassen.

Schäme dich nicht: Die Täter setzen gezielt auf Scham. Du bist nicht allein, und früh handeln schützt dich besser als Schweigen.

Nachricht oder Profil prüfen

Du hast eine Erpressungs-Mail, einen verdächtigen Link oder eine Absenderadresse? Kopiere sie in den FAKE-Checker und lass alles kostenlos prüfen – ohne auf Links zu klicken oder zu antworten.

Auch bekannt als: Sexuelle Erpressung, Nude-Scam, Webcam-Erpressung, Intimfoto-Erpressung, Sextortion-Mail, Fake-Nude-Erpressung

Häufige Fragen

Was ist Sextortion?
Eine Erpressungsmasche, bei der Täter mit der Veröffentlichung von Intimfotos, Videos oder gefälschten Aufnahmen drohen und Geld oder weitere Bilder fordern. Oft stecken Fake-Chats, gehackte Accounts oder Deepfakes dahinter.
Soll ich bei Sextortion zahlen?
Nein. Zahlung stoppt die Erpressung selten – oft folgen weitere Forderungen. Sichere Beweise, brich den Kontakt ab, zahle nichts und hole dir Hilfe bei Polizei oder einer Beratungsstelle.
Die Mail behauptet, es gäbe ein Video von mir. Ist das echt?
Sehr oft ist das Bluff. Massenmails behaupten, sie hätten dich gefilmt, ohne dass Material existiert. Prüfe, ob konkrete Belege mitgeschickt wurden. Bei Unsicherheit trotzdem Passwörter ändern und die Nachricht nicht beantworten.

Bist du auf etwas Verdächtiges gestoßen?

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