Glossar

Account-Übernahme

Auch: Account Takeover, Kontoübernahme, Account-Hijacking, Profil-Übernahme, Third-Party-Fraud

Bei der Account-Übernahme verschaffen sich Betrüger Zugang zu deinem Konto, sperren dich aus und missbrauchen es für weitere Maschen.

Bei der Account-Übernahme (englisch Account Takeover) übernehmen Betrüger ein bestehendes Konto von dir – beim E-Mail-Anbieter, im sozialen Netzwerk, beim Shopping-Dienst oder im Online-Banking. Anschließend ändern sie oft das Passwort und sperren dich aus.

Bekannte Beispiele aus der Praxis

  • Instagram oder Facebook gehackt: Plötzlich postet dein Profil Krypto-Werbung oder schreibt Freunden: „Kannst du mir kurz Geld schicken?" Du kommst nicht mehr rein, weil E-Mail und Passwort geändert wurden.
  • E-Mail-Konto übernommen: Der Täter nutzt dein Gmail oder Web.de, um Passwort-Zurücksetzungen bei anderen Diensten anzustoßen – Bank, Amazon, PayPal.
  • WhatsApp-Übernahme: Nach Phishing der SMS-Verifizierung meldet sich der Täter bei deinen Kontakten als du – oft mit der Enkeltrick-Variante „Neue Nummer, bitte überweisen."
  • eBay oder Amazon: Der Täter bestellt in deinem Namen, ändert die Lieferadresse oder verkauft über dein Profil und lässt Käufer auf dich sitzen – das nennt man auch Third-Party-Fraud: Bestellungen laufen über dein Konto, du bleibst auf dem Schaden sitzen.
  • Nach Datenleck: Du nutzt dasselbe Passwort überall – aus einem alten Datenleck probieren Betrüger es bei anderen Diensten. Das nennt man Credential Stuffing.

Wie es dazu kommt

  • Phishing deiner Zugangsdaten über Fake-Login.
  • Wiederverwendete Passwörter aus einem Datenleck.
  • SIM-Swapping, um SMS-Codes für die Zwei-Faktor-Anmeldung abzufangen.
  • Schwache oder erratenes Passwort.

Account-Übernahme und Identitätsdiebstahl

  • Account-Übernahme: Ein Online-Konto ist kompromittiert – Mail, Social Media, Shop.
  • Third-Party-Fraud: Der Täter nutzt dein bestehendes Konto, um Waren oder Dienstleistungen zu bestellen – du wirkst nach außen wie der Käufer.
  • Identitätsdiebstahl: Jemand handelt in deinem Namen weiter – Verträge, Kredite, Bestellungen, oft über mehrere Konten hinweg.

Account-Übernahme kann der Einstieg in Identitätsdiebstahl sein, muss es aber nicht.

Was Betrüger damit anstellen

  • In deinem Namen Freunde anschreiben und um Geld bitten.
  • Über dein Konto einkaufen oder Zahlungen auslösen.
  • Dein Profil für weitere Maschen wie Romance Scamming missbrauchen.
  • Passwort-Zurücksetzungen bei weiteren Diensten anstoßen.

So schützt du dich

  • Zwei-Faktor-Authentifizierung überall aktivieren – möglichst per App, nicht nur per SMS.
  • Einzigartige Passwörter pro Dienst, am besten mit einem Passwortmanager.
  • Wiederherstellungs-E-Mail und Telefonnummer aktuell halten.
  • Nach einem Datenleck betroffene Passwörter sofort ändern.

Verdächtige Login-Mails oder Links kannst du mit dem Fake-Checker prüfen.

Was tun, wenn dein Konto übernommen wurde?

  • Anbieter-Support kontaktieren – über die offizielle Hilfe-Seite, nicht über Links aus verdächtigen Mails.
  • Passwort zurücksetzen von einem sicheren Gerät; prüfe, ob die hinterlegte E-Mail oder Telefonnummer geändert wurde.
  • Zwei-Faktor-Authentifizierung neu einrichten und alle aktiven Sitzungen beenden.
  • Bank und Kreditkarte prüfen, wenn der Dienst Zahlungen speichert.
  • Freunde warnen, dass Nachrichten von deinem Profil nicht von dir stammen.
  • Anzeige bei der Polizei erstatten, wenn Geld abgeflossen ist.

Mehr zum Thema findest du im Artikel Identitätsdiebstahl erkennen und abwehren.

Häufige Fragen

Woran merke ich, dass mein Konto übernommen wurde?
Du kannst dich plötzlich nicht mehr anmelden, bekommst Mails über Passwortänderungen, die du nicht gemacht hast, oder Freunde melden seltsame Nachrichten von dir. Prüfe das sofort.
Ist Account-Übernahme dasselbe wie Identitätsdiebstahl?
Eng verwandt, aber nicht identisch. Bei der Account-Übernahme geht es um den Zugang zu einem konkreten Online-Konto. Identitätsdiebstahl ist weiter gefasst: Jemand nutzt deine Identität für Verträge, Bestellungen oder Behördenangelegenheiten.
Hilft Zwei-Faktor-Authentifizierung immer?
Sie schützt sehr gut, ist aber kein absoluter Schutz. Bei SIM-Swapping kann der Täter deine SMS-Codes abfangen. Deshalb App-basierte 2FA bevorzugen und SIM-PIN beim Anbieter setzen.

Bist du auf etwas Verdächtiges gestoßen?

Du bist diesem Begriff in der Praxis begegnet? Prüfe die verdächtige Webseite, E-Mail oder Nachricht jetzt kostenlos mit unserem Fake-Checker.

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