Identitätsdiebstahl erkennen und abwehren: Wenn Betrüger deinen Namen nutzen
Beim Identitätsdiebstahl nutzen Kriminelle deine Daten, um in deinem Namen zu bestellen oder Konten zu eröffnen. So schützt du dich und reagierst richtig.
Beim Identitätsdiebstahl verschaffen sich Kriminelle deine persönlichen Daten und geben sich im Internet als du aus. Sie bestellen auf deinen Namen, eröffnen Konten, schließen Verträge oder machen Schulden. Die Spur führt zunächst zu dir – die eigentlichen Täter bleiben im Verborgenen. Die Folgen reichen von finanziellen Schäden über Rufschädigung bis zu juristischem Ärger.
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik beschreibt das Thema ausführlich unter So schützen Sie sich vor digitalem Identitätsdiebstahl.
Welche Daten Betrüger interessieren
- Stammdaten: Name, Geburtsdatum, Anschrift, Telefonnummer, E-Mail-Adresse
- Zugangsdaten: Passwörter, PIN, TAN, Login-Daten
- Finanzdaten: Bankverbindung, IBAN, Kreditkartendaten
- Ausweisdaten: Personalausweis- oder Reisepassnummer, Steuer-ID
Schon wenige dieser Angaben reichen, um in deinem Namen aufzutreten.
Wie Kriminelle an die Daten kommen
- Phishing, Smishing und Vishing: gefälschte Mails, SMS oder Anrufe, die Zugangsdaten abgreifen.
- Datenlecks: Bei einem Einbruch in einen Online-Dienst werden Millionen Zugangsdaten erbeutet.
- Offene Profile: Aus sozialen Netzwerken lassen sich Fotos und private Angaben zusammentragen.
- SIM-Swapping: Übernahme deiner Handynummer, um SMS-Codes abzufangen.
- Shoulder Surfing: Ausspähen von PIN oder Passwort über die Schulter.
- Schadsoftware: Keylogger und Spyware lesen Eingaben und Passwörter mit.
Typische Formen des Missbrauchs
- Account-Übernahme: Betrüger kapern ein bestehendes Konto und sperren dich aus.
- Konto- und Vertragseröffnung: Neue Konten, Kredite oder Mobilfunkverträge auf deinen Namen.
- Warenbestellung auf Rechnung: Einkäufe, deren Rechnungen bei dir landen – siehe Fake-Rechnung.
- Synthetischer Identitätsdiebstahl: echte und erfundene Daten werden zu einer neuen „Person" kombiniert.
- Profil in deinem Namen: ein gefälschtes Social-Media-Profil, das Freunde und Familie um Geld bittet.
Warnsignale
- Rechnungen oder Mahnungen für Bestellungen, die du nie gemacht hast.
- Unbekannte Abbuchungen auf deinem Konto.
- Login-Warnungen von fremden Geräten oder Orten.
- Passwort-Reset-Mails, die du nicht angefordert hast.
- Plötzlich gesperrte Konten oder Konten, in die du nicht mehr hineinkommst.
Was tun im Ernstfall?
Schnelles Handeln begrenzt den Schaden:
- Passwörter ändern – zuerst beim E-Mail-Konto, dann bei allen betroffenen Diensten.
- Konten und Karten sperren lassen, deine Bank informieren.
- Anbieter und Plattformen über den Missbrauch informieren.
- Beweise sichern: Screenshots, E-Mails, Rechnungen.
- Anzeige bei der Polizei erstatten – in vielen Bundesländern online über Online-Strafanzeige, dort wählst du dein Bundesland und kommst zur Onlinewache.
- Unberechtigten Forderungen widersprechen und bei Bedarf die Verbraucherzentrale einschalten.
So beugst du vor
- Eigene, starke Passwörter pro Dienst – am besten mit einem Passwortmanager.
- Zwei-Faktor-Authentifizierung überall aktivieren.
- Daten sparsam preisgeben, Profile auf privat stellen.
- Geräte und Software aktuell halten, Virenschutz nutzen.
- Links und Anhänge vor dem Klick prüfen.
- Regelmäßig prüfen, ob deine Daten aus einem Datenleck stammen.
Datenleck und verdächtige Nachrichten prüfen
Du willst wissen, ob deine E-Mail-Adresse in einem bekannten Datenleck auftaucht, oder ist dir eine Nachricht verdächtig? Gib deine E-Mail-Adresse, einen Link oder eine Telefonnummer in den Fake-Checker ein und lass alles kostenlos prüfen.
Auch bekannt als: Identitätsmissbrauch, Identitätsbetrug, Identitätsklau, Fake-Identität, synthetischer Identitätsdiebstahl, digitale Identität