Glossar

Vishing

Auch: Voice-Phishing, Telefon-Phishing, Phishing-Anruf

Vishing ist Phishing per Telefon: Am Anruf wollen Betrüger dir Passwörter, TANs oder Bankdaten entlocken oder dich zu einer Zahlung drängen.

Vishing setzt sich aus „Voice" und „Phishing" zusammen und bezeichnet Phishing per Telefon. Statt über eine gefälschte Webseite versuchen die Betrüger im Gespräch, dir Zugangsdaten, TANs oder Kartendaten zu entlocken – oder dich zu einer sofortigen Überweisung zu drängen.

Bekannte Vishing-Maschen

  • Falsche Bank: „Hier ist die Betrugsabteilung Ihrer Sparkasse. Es wurde gerade 2.000 € abgebucht – nennen Sie mir zur Stornierung Ihre TAN." Echte Banken fragen niemals am Telefon nach TAN, PIN oder Passwort.
  • Microsoft oder IT-Support: „Ihr Computer sendet Viren. Wir brauchen Fernzugriff." Microsoft ruft nicht unaufgefordert an. Mehr im Artikel Fake-Kundenservice.
  • Schockanruf: „Ihre Tochter hatte einen Unfall und sitzt im Gefängnis – wir brauchen sofort 5.000 € Kaution." Der Schockanruf nutzt Panik statt Technik.
  • Enkeltrick: „Oma, ich bin es, mein Handy ist kaputt. Kannst du mir Geld überweisen?" Die klassische Enkeltrick-Masche per Telefon oder WhatsApp-Anruf.
  • Falsche Polizei: „Wir sind von der Polizei. Packen Sie Ihr Geld und Ihren Schmuck ein – ein Kurier holt alles ab." Echte Polizei schickt keine Kurierdienste für Wertsachen.

Oft ist die angezeigte Nummer gefälscht – siehe Spoofing. Seit KI-Boom kommt Voice Cloning dazu: Die Stimme klingt wie dein Kind oder dein Chef, ist aber synthetisch.

Vishing und Voice Cloning

  • Vishing: Betrug per Telefon – Daten oder Geld im Gespräch.
  • Voice Cloning: KI-Technik, die Stimmen täuschend echt nachbaut – macht Vishing überzeugender.

Codewörter mit Familie und der Rückruf über bekannte Nummern schützen auch gegen geklonte Stimmen.

Vishing und Phishing – der Unterschied

  • Phishing läuft meist über E-Mail, SMS oder einen Link zu einer Fake-Webseite.
  • Vishing läuft über das Telefon – Ziel sind Daten oder Geld im Gespräch, oft TAN oder Sofortüberweisung.

Beides gehört zu Social Engineering: Die Täter spielen auf Vertrauen, Angst oder Hilfsbereitschaft.

So schützt du dich

  • Keine TAN, PIN oder Passwörter am Telefon nennen – echte Banken fragen das nie.
  • Auflegen und über die offizielle Nummer auf der Karte oder Webseite selbst zurückrufen.
  • Lass dich nicht unter Druck setzen – auch nicht bei angeblich dringenden Notfällen.
  • Kein Bargeld oder Wertsachen an unbekannte Kurierdienste übergeben.

Mehr zu Maschen am Telefon findest du unter Telefon-Betrug. Verdächtige Nummern kannst du mit dem Fake-Checker prüfen.

Häufige Fragen

Die Anrufer-ID zeigt meine Bank. Kann der Anruf trotzdem gefälscht sein?
Ja. Betrüger können die angezeigte Nummer manipulieren – das nennt man Spoofing. Verlasse dich nie allein auf der Anrufer-ID. Lege auf und rufe deine Bank über die Nummer auf der Karte oder der offiziellen Webseite zurück.
Kann die Stimme am Telefon gefälscht sein?
Ja. Mit Voice Cloning kopiert KI Stimmen aus kurzen Aufnahmen – der Enkeltrick oder ein Chef-Anruf klingen deshalb vertraut. Bei Geld- oder Datenanfragen immer zurückrufen über eine Nummer, die du selbst kennst.
Ist der Enkeltrick auch Vishing?
Ja. Der Enkeltrick ist eine Form von Vishing: Die Täter führen ein Telefongespräch und wollen dich unter Druck zu einer Überweisung bringen. Der Unterschied zu klassischem Phishing: Es geht selten um einen Link, sondern um das Gespräch selbst.
Ich habe am Telefon meine TAN genannt. Was tun?
Sofort auflegen, deine Bank über die offizielle Notfallnummer informieren und das Konto sperren lassen. Erstatte Anzeige bei der Polizei. Prüfe in den nächsten Stunden alle Kontobewegungen.

Bist du auf etwas Verdächtiges gestoßen?

Du bist diesem Begriff in der Praxis begegnet? Prüfe die verdächtige Webseite, E-Mail oder Nachricht jetzt kostenlos mit unserem Fake-Checker.

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