Vorschussbetrug
Auch: Vorschussbetrug, Advance-Fee-Fraud, Nigeria-Connection, Nigeria-Scam, 419-Scam, Erbschaftsbetrug
Beim Vorschussbetrug sollst du eine kleine Summe vorstrecken, um eine große Summe zu erhalten – Gewinn, Erbe oder Provision, die es nie gibt.
Beim Vorschussbetrug versprechen Täter eine große Geldsumme – einen Gewinn, ein Erbe, eine Provision oder einen Geschäftsanteil. Bevor das Geld angeblich fließt, sollst du eine kleine Summe vorstrecken: für „Gebühren", „Steuern", „Notarkosten" oder eine Überweisung. Die große Summe kommt nie, und es folgen immer neue Forderungen.
Bekannt ist die Masche als „nigerianischer Prinz" oder Nigeria-Connection (auch 419-Scam). Sie tritt aber in vielen Formen auf – vom angeblichen Erbe eines Unbekannten bis zur Geschäftsanfrage per E-Mail.
Bekannte Beispiele aus der Praxis
- Der nigerianische Prinz: „Ich brauche Hilfe, 10 Millionen Dollar aus dem Land zu schaffen – Sie bekommen 30 %." Klassiker seit den 1990ern, heute oft besser formuliert.
- Das Millionenerbe: Ein „Anwalt" schreibt, ein entfernter Verwandter habe dir Geld hinterlassen – zuerst 800 € Notarkosten.
- Der Gewinn mit Gebühr: „Sie haben 100.000 € im EU-Lotto gewonnen – zahlen Sie 150 € Bearbeitungsgebühr." Verwandt mit Gewinnspiel-Betrug.
- Der Geschäftsdeal: „Wir haben 2 Mio. € auf einem Konto, helfen Sie uns, es zu überweisen – Sie erhalten 200.000 €."
- Romance + Vorschuss: Nach monatelichem Chat bittet die Partnerin um Geld für „Visum" oder „Zoll" – siehe Romance Scamming.
Typische Varianten
- Erbschaft eines unbekannten Verwandten.
- Geschäftsdeal mit Provision.
- Gewinn mit Vorausgebühr.
- Krypto-Versprechen mit „Freigabegebühr".
Vorschussbetrug und Vorkasse
- Vorschussbetrug: Du erwartest Geld zu bekommen – musst aber zuerst zahlen.
- Vorkasse-Betrug: Du erwartest Ware – zahlst im Voraus und bekommst nichts.
Beides: Geld weg, Versprechen leer.
Daran erkennst du es
- Eine große Belohnung für wenig Gegenleistung.
- Vorab-Zahlungen als Bedingung.
- Mangelhafte Sprache und ein Absender, der nicht zum Inhalt passt.
- Immer neue Gebühren, sobald du einmal gezahlt hast.
So schützt du dich
- Niemals vorab zahlen, um angeblich eine größere Summe zu erhalten.
- Keine Daten an unbekannte Absender.
- Western Union, Gutscheinkarten und Krypto als Zahlungsweg sind Warnsignale.
Was tun, wenn du schon gezahlt hast?
- Keine weiteren Gebühren zahlen – das ist Teil der Masche.
- Polizei und Bank informieren, alle Belege sichern.
- Nicht schämen – die Masche ist professionell und trifft viele Menschen.
Verdächtige Nachrichten kannst du mit dem Fake-Checker prüfen.