Glossar

Vorkasse-Betrug

Auch: Vorauskasse-Betrug, Vorkasse-Masche, Vorkassebetrug, Vorauszahlungsbetrug

Beim Vorkasse-Betrug sollst du erst bezahlen und bekommst die Ware nie. Die Überweisung im Voraus bietet kaum Schutz.

Von Vorkasse-Betrug spricht man, wenn du für eine Ware oder Leistung im Voraus bezahlen sollst – und nach der Zahlung nichts mehr passiert. Die Ware kommt nie an, und der Verkäufer ist nicht mehr erreichbar.

„Vorkasse" heißt: Das Geld ist weg, bevor du etwas in der Hand hast. Eine normale Überweisung an Unbekannte lässt sich nur schwer zurückholen. Genau das machen sich Betrüger zunutze.

Bekannte Beispiele aus der Praxis

  • Schnäppchen-iPhone auf Kleinanzeigen: Ein iPhone zum halben Neupreis, Verkäufer wohnt „weit weg" und bittet um Vorkasse „wegen Versandkosten". Nach der Überweisung ist das Profil gelöscht, das Handy kam nie. Typisch bei Fake-Kleinanzeigen.
  • Fakeshop mit nur Überweisung: Markenschuhe oder Technik zum Dumpingpreis – bezahlen geht nur per Vorkasse oder Kryptowährung, kein PayPal, kein Klarna. Der Fakeshop verschwindet nach wenigen Wochen.
  • Mietkaution per Western Union: „Schicken Sie die Kaution vorab, dann schicken wir den Mietvertrag." Seriöse Vermieter verlangen keine Vorkasse an Unbekannte per Geldtransfer.
  • Dreiecksbetrug: Du zahlst Vorkasse und bekommst tatsächlich etwas – aber gestohlene Ware oder eine leere Hülle. Mehr im Begriff Dreiecksbetrug.

Warum diese Masche so beliebt ist

  • Eine Überweisung ist schnell beim Empfänger und kaum rückholbar.
  • Die Betrüger bleiben oft anonym.
  • Es gibt keinen Käuferschutz wie bei sicheren Bezahldiensten.

Vorkasse-Betrug ist die Grundlage vieler Fakeshops und ein häufiges Muster bei Fake-Kleinanzeigen.

Vorkasse und Vorschussbetrug – der Unterschied

  • Vorkasse-Betrug: Du sollst Ware oder eine Dienstleistung im Voraus bezahlen – typisch bei Shops und Kleinanzeigen.
  • Vorschussbetrug: Du sollst für einen angeblichen Gewinn, Job oder Service zuerst Geld zahlen – typisch bei Nigeria-Mails oder Fake-Jobs.

Gemeinsam ist: Du zahlst zuerst und bekommst nichts Echtes.

So schützt du dich

  • Wähle nach Möglichkeit Kauf auf Rechnung oder einen Bezahldienst mit Käuferschutz.
  • Überweise keine Vorkasse an unbekannte Verkäufer.
  • Wirst du zur Vorkasse gedrängt, brich den Kauf lieber ab.
  • Prüfe verdächtige Shops und Angebote vorab mit dem Fake-Checker.

Was tun, wenn du schon gezahlt hast?

  • Sofort die Bank informieren – manchmal lässt sich eine noch nicht verbuchte Überweisung stoppen.
  • Anzeige bei der Polizei erstatten und alle Belege sichern: Screenshots, Chat, Kontodaten.
  • Plattform melden, wenn der Kontakt über eBay Kleinanzeigen, Facebook Marketplace oder ähnliches lief.
  • Nicht noch einmal zahlen, wenn der Betrüger „Versandgebühren" oder „Gebühren zur Freigabe" verlangt.

Häufige Fragen

Ist Vorkasse bei Kleinanzeigen immer Betrug?
Nein. Manche private Verkäufer verlangen Vorkasse – das birgt aber immer Risiko, weil du dem Gegenüber vertraust. Bei Unbekannten, unter Druck oder bei Schnäppchenpreisen ist Vorkasse ein starkes Warnsignal.
Kann ich eine Vorkasse-Überweisung zurückholen?
Eine normale Überweisung lässt sich nur schwer rückgängig machen. Kontaktiere sofort deine Bank. Manche Zahlungsdienste mit Käuferschutz helfen, wenn du über sie gezahlt hast – nicht bei direkter Überweisung an Unbekannte.
Was ist der Unterschied zu Vorschussbetrug?
Vorkasse-Betrug betrifft meist einen angeblichen Kauf: Du zahlst Ware im Voraus, die nie kommt. Vorschussbetrug ist weiter gefasst – du sollst für einen angeblichen Gewinn, Job oder Service zuerst Geld zahlen. Beides: Geld weg, Leistung aus.

Bist du auf etwas Verdächtiges gestoßen?

Du bist diesem Begriff in der Praxis begegnet? Prüfe die verdächtige Webseite, E-Mail oder Nachricht jetzt kostenlos mit unserem Fake-Checker.

[▶ JETZT FAKE PRÜFEN ]