Online-Betrug

Wohnungsbetrug erkennen: Fake-Wohnungsanzeigen und Kautionstricks

Bei Wohnungsbetrug locken Fake-Anzeigen mit Traumwohnungen und fordern Kaution oder Mietvorschuss im Voraus. So erkennst du die Masche und schützt dich.

Aktualisiert am

Wohnungsbetrug nutzt die Not nach einer Wohnung aus. Betrüger schalten Fake-Wohnungsanzeigen mit attraktiven Fotos und zu guten Preisen. Ziel ist fast immer: Du zahlst Kaution, Mietvorschuss oder eine Reservierungsgebühr – und die Wohnung existiert nicht oder gehört jemand anderem.

Die Masche läuft über Immobilienportale, Kleinanzeigen und soziale Netzwerke. Sie überschneidet sich mit Fake-Kleinanzeigen, verdient aber einen eigenen Blick: Der Schaden ist oft hoch, und der emotionale Druck in der Wohnungssuche ist enorm.

So läuft Wohnungsbetrug ab

  1. Traumangebot: Schöne Wohnung, Lage top, Miete weit unter dem Markt – oft mit Stockfotos oder gestohlenen Anzeigenbildern.
  2. Schneller Kontakt: Der „Vermieter" antwortet prompt, wirkt höflich und professionell.
  3. Keine echte Besichtigung: Gründe wie Auslandsaufenthalt, Dienstreise oder „Schlüssel liegt beim Nachbarn". Manchmal wird ein Videocall angeboten – die Bilder kommen aus einer anderen Wohnung.
  4. Geld vorab: Kaution, erste Miete oder „Reservierung", oft per Überweisung, Western Union oder Krypto – klassischer Vorkasse-Betrug.
  5. Verschwinden: Nach der Zahlung ist der Kontakt weg, die Anzeige gelöscht.

Typische Varianten

  • Auslandsvermieter: Arbeitet angeblich in Dubai oder den USA, schickt den Mietvertrag als PDF und will die Kaution vorab.
  • Schlüssel per Post: Du zahlst, bekommst angeblich den Schlüssel – der nie ankommt oder zu einer fremden Tür gehört.
  • Doppelte Vermietung: Die Wohnung existiert, gehört aber jemandem anderen. Du bist nicht der einzige „Mieter", der gezahlt hat.
  • Phishing nach der Suche: Mails angeblich vom Portal: „Zahlung für Premium-Anzeige ausstehend" – siehe Phishing.

Daran erkennst du Fake-Wohnungsanzeigen

  • Preis unrealistisch niedrig für Lage und Größe.
  • Besichtigung unmöglich oder nur per Video ohne nachvollziehbare Adresse.
  • Kaution oder Gebühr vor Vertrag und Besichtigung.
  • Vermieter will nur Messenger, keine Telefonnummer mit Impressum der Hausverwaltung.
  • Druck: „Mehrere Interessenten, heute entscheiden."
  • Fotos wirken wie aus einem Katalog oder tauchen in anderen Anzeigen wieder auf.
  • Vertrag verlangt Zahlung an ein privates Auslandskonto.

So schützt du dich

  1. Nichts zahlen vor Besichtigung und geprüfter Identität des Vermieters.
  2. Adresse und Eigentümer prüfen – Grundbuchauszug oder Hausverwaltung nachfragen, wenn möglich.
  3. Fotos rückwärtssuchen und Preise mit vergleichbaren Wohnungen abgleichen.
  4. Offizielle Portale und bekannte Makler bevorzugen; bei Privatangeboten besonders vorsichtig sein.
  5. Keine sensiblen Daten unnötig vorab schicken – Ausweis erst im echten Vermietungsprozess.
  6. Verdächtige Anzeigen-Links und Absender mit dem FAKE-Checker prüfen.

Was tun, wenn du schon gezahlt hast?

  • Sofort die Bank informieren und die Überweisung stoppen lassen, soweit möglich.
  • Anzeige erstatten und Chat, Vertrag, Kontodaten sichern.
  • Portal melden, auf dem die Anzeige lief.
  • Keine weiteren Zahlungen für „Freigabe des Schlüssels" oder „Anwaltskosten" – das kann in einen Recovery Scam übergehen.

Anzeige prüfen

Du hast einen Link zur Wohnungsanzeige, eine Vermieter-Mail oder eine Telefonnummer? Kopiere sie in den FAKE-Checker und lass alles kostenlos prüfen.

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Häufige Fragen

Woran erkenne ich eine Fake-Wohnungsanzeige?
Verdächtig sind Traumwohnungen weit unter dem Marktpreis, Vermieter im Ausland, die Bitte um Kaution vor der Besichtigung und Ausreden gegen ein persönliches Treffen. Seriöse Vermietung läuft selten nur über Vorkasse an Unbekannte.
Soll ich eine Kaution vor der Besichtigung überweisen?
Nein. Zahle nichts, bevor du die Wohnung gesehen und einen nachvollziehbaren Mietvertrag geprüft hast. Kaution oder „Reservierungsgebühr“ an Unbekannte im Voraus ist ein klassisches Warnsignal.
Der Vermieter schickt den Schlüssel per Post. Ist das normal?
Bei unbekannten Online-Anzeigen ist das ein Warnsignal. Seriöse Vermietung in Deutschland läuft über Besichtigung, Ausweisprüfung und Vertrag – nicht über Schlüssel und Kaution per Fernzahlung.

Bist du auf etwas Verdächtiges gestoßen?

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