Wohnungsbetrug erkennen: Fake-Wohnungsanzeigen und Kautionstricks
Bei Wohnungsbetrug locken Fake-Anzeigen mit Traumwohnungen und fordern Kaution oder Mietvorschuss im Voraus. So erkennst du die Masche und schützt dich.
Wohnungsbetrug nutzt die Not nach einer Wohnung aus. Betrüger schalten Fake-Wohnungsanzeigen mit attraktiven Fotos und zu guten Preisen. Ziel ist fast immer: Du zahlst Kaution, Mietvorschuss oder eine Reservierungsgebühr – und die Wohnung existiert nicht oder gehört jemand anderem.
Die Masche läuft über Immobilienportale, Kleinanzeigen und soziale Netzwerke. Sie überschneidet sich mit Fake-Kleinanzeigen, verdient aber einen eigenen Blick: Der Schaden ist oft hoch, und der emotionale Druck in der Wohnungssuche ist enorm.
So läuft Wohnungsbetrug ab
- Traumangebot: Schöne Wohnung, Lage top, Miete weit unter dem Markt – oft mit Stockfotos oder gestohlenen Anzeigenbildern.
- Schneller Kontakt: Der „Vermieter" antwortet prompt, wirkt höflich und professionell.
- Keine echte Besichtigung: Gründe wie Auslandsaufenthalt, Dienstreise oder „Schlüssel liegt beim Nachbarn". Manchmal wird ein Videocall angeboten – die Bilder kommen aus einer anderen Wohnung.
- Geld vorab: Kaution, erste Miete oder „Reservierung", oft per Überweisung, Western Union oder Krypto – klassischer Vorkasse-Betrug.
- Verschwinden: Nach der Zahlung ist der Kontakt weg, die Anzeige gelöscht.
Typische Varianten
- Auslandsvermieter: Arbeitet angeblich in Dubai oder den USA, schickt den Mietvertrag als PDF und will die Kaution vorab.
- Schlüssel per Post: Du zahlst, bekommst angeblich den Schlüssel – der nie ankommt oder zu einer fremden Tür gehört.
- Doppelte Vermietung: Die Wohnung existiert, gehört aber jemandem anderen. Du bist nicht der einzige „Mieter", der gezahlt hat.
- Phishing nach der Suche: Mails angeblich vom Portal: „Zahlung für Premium-Anzeige ausstehend" – siehe Phishing.
Daran erkennst du Fake-Wohnungsanzeigen
- Preis unrealistisch niedrig für Lage und Größe.
- Besichtigung unmöglich oder nur per Video ohne nachvollziehbare Adresse.
- Kaution oder Gebühr vor Vertrag und Besichtigung.
- Vermieter will nur Messenger, keine Telefonnummer mit Impressum der Hausverwaltung.
- Druck: „Mehrere Interessenten, heute entscheiden."
- Fotos wirken wie aus einem Katalog oder tauchen in anderen Anzeigen wieder auf.
- Vertrag verlangt Zahlung an ein privates Auslandskonto.
So schützt du dich
- Nichts zahlen vor Besichtigung und geprüfter Identität des Vermieters.
- Adresse und Eigentümer prüfen – Grundbuchauszug oder Hausverwaltung nachfragen, wenn möglich.
- Fotos rückwärtssuchen und Preise mit vergleichbaren Wohnungen abgleichen.
- Offizielle Portale und bekannte Makler bevorzugen; bei Privatangeboten besonders vorsichtig sein.
- Keine sensiblen Daten unnötig vorab schicken – Ausweis erst im echten Vermietungsprozess.
- Verdächtige Anzeigen-Links und Absender mit dem FAKE-Checker prüfen.
Was tun, wenn du schon gezahlt hast?
- Sofort die Bank informieren und die Überweisung stoppen lassen, soweit möglich.
- Anzeige erstatten und Chat, Vertrag, Kontodaten sichern.
- Portal melden, auf dem die Anzeige lief.
- Keine weiteren Zahlungen für „Freigabe des Schlüssels" oder „Anwaltskosten" – das kann in einen Recovery Scam übergehen.
Anzeige prüfen
Du hast einen Link zur Wohnungsanzeige, eine Vermieter-Mail oder eine Telefonnummer? Kopiere sie in den FAKE-Checker und lass alles kostenlos prüfen.
Auch bekannt als: Fake-Wohnungsanzeige, Wohnungsbetrug Online, Mietbetrug, Fake-Vermieter, Kaution-Betrug Wohnung, Wohnungsanzeigen-Betrug