Recovery Scam erkennen: Der zweite Betrug nach dem ersten Schaden
Beim Recovery Scam melden sich angebliche Helfer nach einem Betrug und versprechen, dein Geld zurückzuholen – gegen Gebühr. So erkennst du die zweite Masche.
Ein Recovery Scam ist der Betrug nach dem Betrug. Du hast bereits Geld verloren – etwa durch Anlagebetrug, Krypto-Betrug oder Romance Scamming. Kurz darauf meldet sich jemand, der angeblich helfen kann: Anwalt, Ermittler, „Asset Recovery", Polizei oder sogar die Plattform selbst. Gegen eine Gebühr soll dein Geld zurückkommen. Die Gebühr ist der eigentliche Coup.
Opfer sind besonders verwundbar: Sie wollen den Schaden wiedergutmachen und greifen nach jedem Strohhalm.
So läuft der Recovery Scam ab
- Du bist schon Opfer – oder deine Daten stehen auf Listen von Betrugsopfern.
- Unaufgeforderter Kontakt: Mail, Anruf, LinkedIn, Telegram. Manchmal meldet sich sogar derselbe Täterkreis unter neuer Identität.
- Glaubwürdige Story: Ermittlungsverfahren, eingefrorene Konten, „wir haben die Täter" – oft mit Fake-Dokumenten und Logos.
- Vorabgebühr: Steuern, Kaution, Freigabe, Anwaltskosten, Wallet-Versicherung – immer ein neuer Grund, zuerst zu zahlen.
- Weitere Forderungen: Nach der ersten Zahlung folgt die nächste. Am Ende ist mehr Geld weg als beim Erstbetrug.
Verwandt: Fake-Kanzleien und Vorschussbetrug.
Typische Varianten
- Fake-Kanzlei / Inkasso: „Wir holen Ihr Geld juristisch zurück" – gegen Vorschuss.
- Behörden-Imitation: Angebliche Polizei oder Europol fordert Daten und Gebühren – echte Behörden arbeiten so nicht.
- Krypto-Recovery: „Wir tracken Ihre Bitcoin-Transaktion" – gegen Wallet-Zugang oder Vorabzahlung. Seed-Phrase herausgeben ist besonders gefährlich.
- Plattform-Support: Angeblicher Kundenservice der Börse oder Bank, die dich zuvor betrogen hat – oft kombiniert mit Fake-Kundenservice.
Daran erkennst du Recovery Scams
- Kontakt kommt unaufgefordert, kurz nach dem Erstschaden.
- Garantie, das Geld zurückzuholen.
- Forderung nach Gebühren im Voraus, oft per Krypto oder Gutschein.
- Kommunikation über Messenger statt über bekannte Kanzlei- oder Behördenwege.
- Bitte um Seed-Phrase, Remote-Zugriff oder TAN.
- Druck: „Nur heute noch freigebbar", „sonst verfällt die Spur".
So schützt du dich
- Kein unaufgeforderter Helfer bekommt Geld oder Zugangsdaten von dir.
- Echte Hilfe läuft über Bank, Polizei, Verbraucherzentrale oder bekannte Opferberatung – nicht über kalte Calls aus dem Ausland.
- Keine Seed-Phrase, kein Fernzugriff, keine „Freigabegebühr".
- Impressum und Zulassung prüfen, bevor du einer Kanzlei vertraust – und selbst recherchieren, nicht dem Link in der Mail folgen.
- Verdächtige Absender und Domains mit dem FAKE-Checker prüfen.
Was tun nach einem Recovery Scam?
- Sofort alle Zahlungen stoppen.
- Bank und ggf. Krypto-Börse informieren.
- Beweise sichern und Anzeige erstatten – auch für den Zweitbetrug.
- Mit Vertrauenspersonen sprechen; Scham hält viele Opfer in der Spirale.
Wenn du den Erstbetrug noch nicht gemeldet hast: Hol das nach. Seriöse Stellen verlangen keine Erfolgsgarantie gegen Vorkasse über Telegram.
Kontakt prüfen
Du wurdest von einer angeblichen Recovery-Firma, Kanzlei oder Hotline kontaktiert? Kopiere E-Mail, Domain oder Telefonnummer in den FAKE-Checker und lass alles kostenlos prüfen.
Auch bekannt als: Recovery-Scam, Rückhol-Betrug, Geld-zurück-Betrug, Fake-Recovery, Asset-Recovery-Betrug, Betrugsopfer-Betrug