Online-Betrug

Recovery Scam erkennen: Der zweite Betrug nach dem ersten Schaden

Beim Recovery Scam melden sich angebliche Helfer nach einem Betrug und versprechen, dein Geld zurückzuholen – gegen Gebühr. So erkennst du die zweite Masche.

Aktualisiert am

Ein Recovery Scam ist der Betrug nach dem Betrug. Du hast bereits Geld verloren – etwa durch Anlagebetrug, Krypto-Betrug oder Romance Scamming. Kurz darauf meldet sich jemand, der angeblich helfen kann: Anwalt, Ermittler, „Asset Recovery", Polizei oder sogar die Plattform selbst. Gegen eine Gebühr soll dein Geld zurückkommen. Die Gebühr ist der eigentliche Coup.

Opfer sind besonders verwundbar: Sie wollen den Schaden wiedergutmachen und greifen nach jedem Strohhalm.

So läuft der Recovery Scam ab

  1. Du bist schon Opfer – oder deine Daten stehen auf Listen von Betrugsopfern.
  2. Unaufgeforderter Kontakt: Mail, Anruf, LinkedIn, Telegram. Manchmal meldet sich sogar derselbe Täterkreis unter neuer Identität.
  3. Glaubwürdige Story: Ermittlungsverfahren, eingefrorene Konten, „wir haben die Täter" – oft mit Fake-Dokumenten und Logos.
  4. Vorabgebühr: Steuern, Kaution, Freigabe, Anwaltskosten, Wallet-Versicherung – immer ein neuer Grund, zuerst zu zahlen.
  5. Weitere Forderungen: Nach der ersten Zahlung folgt die nächste. Am Ende ist mehr Geld weg als beim Erstbetrug.

Verwandt: Fake-Kanzleien und Vorschussbetrug.

Typische Varianten

  • Fake-Kanzlei / Inkasso: „Wir holen Ihr Geld juristisch zurück" – gegen Vorschuss.
  • Behörden-Imitation: Angebliche Polizei oder Europol fordert Daten und Gebühren – echte Behörden arbeiten so nicht.
  • Krypto-Recovery: „Wir tracken Ihre Bitcoin-Transaktion" – gegen Wallet-Zugang oder Vorabzahlung. Seed-Phrase herausgeben ist besonders gefährlich.
  • Plattform-Support: Angeblicher Kundenservice der Börse oder Bank, die dich zuvor betrogen hat – oft kombiniert mit Fake-Kundenservice.

Daran erkennst du Recovery Scams

  • Kontakt kommt unaufgefordert, kurz nach dem Erstschaden.
  • Garantie, das Geld zurückzuholen.
  • Forderung nach Gebühren im Voraus, oft per Krypto oder Gutschein.
  • Kommunikation über Messenger statt über bekannte Kanzlei- oder Behördenwege.
  • Bitte um Seed-Phrase, Remote-Zugriff oder TAN.
  • Druck: „Nur heute noch freigebbar", „sonst verfällt die Spur".

So schützt du dich

  1. Kein unaufgeforderter Helfer bekommt Geld oder Zugangsdaten von dir.
  2. Echte Hilfe läuft über Bank, Polizei, Verbraucherzentrale oder bekannte Opferberatung – nicht über kalte Calls aus dem Ausland.
  3. Keine Seed-Phrase, kein Fernzugriff, keine „Freigabegebühr".
  4. Impressum und Zulassung prüfen, bevor du einer Kanzlei vertraust – und selbst recherchieren, nicht dem Link in der Mail folgen.
  5. Verdächtige Absender und Domains mit dem FAKE-Checker prüfen.

Was tun nach einem Recovery Scam?

  • Sofort alle Zahlungen stoppen.
  • Bank und ggf. Krypto-Börse informieren.
  • Beweise sichern und Anzeige erstatten – auch für den Zweitbetrug.
  • Mit Vertrauenspersonen sprechen; Scham hält viele Opfer in der Spirale.

Wenn du den Erstbetrug noch nicht gemeldet hast: Hol das nach. Seriöse Stellen verlangen keine Erfolgsgarantie gegen Vorkasse über Telegram.

Kontakt prüfen

Du wurdest von einer angeblichen Recovery-Firma, Kanzlei oder Hotline kontaktiert? Kopiere E-Mail, Domain oder Telefonnummer in den FAKE-Checker und lass alles kostenlos prüfen.

Auch bekannt als: Recovery-Scam, Rückhol-Betrug, Geld-zurück-Betrug, Fake-Recovery, Asset-Recovery-Betrug, Betrugsopfer-Betrug

Häufige Fragen

Was ist ein Recovery Scam?
Eine Betrugsmasche gegen Menschen, die schon Opfer geworden sind. Angebliche Anwälte, Polizisten oder Recovery-Firmen versprechen, verlorenes Geld zurückzuholen – und verlangen dafür Vorabgebühren, die ebenfalls verloren sind.
Kann jemand mein betrogenes Krypto-Geld wirklich zurückholen?
Seriöse Stellen arbeiten nicht mit Garantie gegen Vorkasse über Messenger. Krypto-Transaktionen sind schwer rückholbar. Wer unaufgefordert Hilfe anbietet und Gebühren vorab will, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Betrüger.
Ich habe bereits an einen Recovery-Anbieter gezahlt. Was tun?
Keine weiteren Zahlungen leisten, Bank und Polizei informieren, alle Chats sichern und den Kontakt abbrechen. Lass dich nicht zu einer dritten „Freigabegebühr“ überreden.

Bist du auf etwas Verdächtiges gestoßen?

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