Fake-Kanzleien erkennen: Falsche Anwälte und erfundene Inkasso-Forderungen
Auch bekannt als: Fake-Kanzlei, falsche Anwälte, Fake-Inkasso, Inkasso-Betrug, Anwaltsbetrug online
Fake-Kanzleien schüchtern mit erfundenen Forderungen und Inkasso-Drohungen ein. So erkennst du falsche Anwaltsschreiben und reagierst richtig.
Fake-Kanzleien sind Betrüger, die sich als Anwaltskanzlei oder Inkasso-Büro ausgeben. Mit offiziell wirkenden Schreiben treiben sie erfundene Forderungen ein und setzen dich mit Drohungen unter Druck – etwa mit Klage, Pfändung oder einem Schufa-Eintrag.
Die Schreiben kommen per E-Mail oder Brief und nehmen oft Bezug auf eine angebliche Bestellung, ein Abo, eine Urheberrechtsverletzung oder einen telefonischen Lotto-/Gewinnspiel-Vertrag.
Wie die Masche funktioniert
- Die Forderung. Du sollst angeblich Geld schulden – für einen Kauf, ein Abo, eine „Abmahnung" oder einen Gewinnspiel-Dienst.
- Der Drohton. Bei Nichtzahlung wird mit Gericht, Pfändung oder Eintrag bei der Schufa gedroht.
- Der Zeitdruck. Eine sehr kurze Frist soll dich zu schnellem, unüberlegtem Zahlen bringen.
- Die Zahlung. Du sollst auf ein meist ausländisches Konto überweisen, per Lastschrift zahlen oder einem Zahlungslink bzw. QR-Code folgen.
Häufig ist die angebliche Forderung mit einer Abofalle verknüpft, Teil einer Phishing-Mail oder die Nachspielvariante zum Gewinnspiel-Betrug.
Lotto und Gewinnspiel: Mahnung per Post
Verbraucherzentralen warnen immer wieder vor Briefen mit Titel „Vorgerichtliche Mahnung". Angeblich hast du dich am Telefon für einen Dienst wie „Euro Lotto" oder „Gewinnspiel-Service" angemeldet. Beigefügt sind oft ein Kündigungsformular und ein SEPA-Lastschriftmandat – angeblich nur per Fax oder QR-Code einreichbar. Andere Varianten verlangen Hunderte Euro per Überweisungsträger auf ein Konto im Ausland.
Manchmal folgt ein Einschreiben mit bayerischem Wappen und „Amtsgericht München", das wie ein Antrag auf Mahnbescheid aussieht. Das ist kein echtes Gerichtsdokument.
Merke:
- Deutsche Gerichte verfügen in der Regel über deutsche Bankkonten. Auslandskonten als Zahlungsziel machen hellhörig.
- Offizielle Zahlungsaufforderungen vom Gericht bekommst du so nur, wenn du selbst Klage oder Mahnbescheid eingereicht hast – nicht aus heiterem Himmel.
- Pfändung ohne rechtskräftigen Titel ist nicht möglich; reine Drohungen sind oft Bluff.
- Lotterieverträge am Telefon brauchen eine schriftliche Bestätigung, sonst sind sie oft unwirksam.
Nichts zahlen, dich nicht einschüchtern lassen. Zur Gewinnseite der Masche: Gewinnspiel- und Lotterie-Betrug. QR-Codes auf Formularen können Quishing sein.
Daran erkennst du eine Fake-Kanzlei
- Eine Forderung, die du nicht zuordnen kannst.
- Massiver Drohton mit Klage, Pfändung oder Schufa – ohne dass ein Titel vorliegt.
- Sehr kurze Zahlungsfrist und starker Druck.
- Fehlende oder erfundene Kanzleidaten, keine prüfbare Zulassung, Adresse ohne Postempfang, nur Mailbox.
- Ausländische oder wechselnde Kontoverbindung.
- Ein Zahlungslink, QR-Code oder Fax-Formular statt einer nachvollziehbaren Rechnung.
- Schreiben, die wie Gerichtspost wirken, obwohl du nichts eingereicht hast.
So reagierst du richtig
- Nicht vorschnell zahlen. Prüfe zuerst, ob die Forderung überhaupt berechtigt ist.
- Begründung verlangen. Lass dir Vertrag, Datum und Grund schriftlich und nachvollziehbar nennen – falls überhaupt jemand erreichbar ist.
- Kanzlei überprüfen. Existiert sie wirklich? Such die echten Kontaktdaten unabhängig und frag dort nach – nicht über die Nummer aus dem Brief.
- Keine Links anklicken, kein QR scannen, kein SEPA-Mandat aus dem Schreiben abgeben.
- Rat holen. Bei Unsicherheit hilft die Verbraucherzentrale; bei Betrug kannst du Anzeige erstatten. Der Inkasso-Check der Verbraucherzentrale hilft bei der Einordnung.
Schreiben prüfen
Du hast ein verdächtiges Anwalts- oder Inkasso-Schreiben per E-Mail bekommen? Kopiere den Absender, den Text oder einen Link in den FAKE-Checker und lass alles kostenlos prüfen.