Überweisungstrick
Auch: Überweisungsbetrug, Zahlungsumleitung, IBAN-Betrug, Rechnungsmanipulation, gefälschte Kontoänderung
Beim Überweisungstrick bringen dich Betrüger mit einem Vorwand dazu, selbst Geld zu überweisen – oder eine echte Zahlung auf ein fremdes Konto umzuleiten.
Beim Überweisungstrick sorgen Betrüger dafür, dass Geld auf ihrem Konto landet – ohne dass sie dein Konto hacken müssen. Sie bringen dich mit einem Vorwand dazu, entweder selbst zu überweisen oder eine geplante Zahlung auf ein fremdes Konto umzuleiten. Der Trick steckt nicht in der Technik, sondern in der Täuschung: Du drückst die Überweisung freiwillig ab, weil die Geschichte glaubwürdig wirkt.
Weil du die Zahlung selbst freigibst, ist das Geld oft schwer zurückzuholen. Umso wichtiger ist es, die Masche vorher zu erkennen.
Bekannte Beispiele aus der Praxis
- Gefälschte Chef-Anweisung: Eine E-Mail, angeblich vom Geschäftsführer, verlangt eine dringende, vertrauliche Überweisung – der klassische CEO-Fraud.
- Manipulierte Rechnung: Betrüger fangen eine echte Rechnung ab und tauschen die IBAN aus. Du zahlst wie gewohnt – nur an das falsche Konto.
- Angeblicher Bank-Anruf: „Wir haben verdächtige Aktivität festgestellt, überweisen Sie Ihr Geld auf ein sicheres Konto." In Wahrheit gehört dieses Konto den Tätern.
- Notlage in der Familie: Beim Enkeltrick oder Schockanruf sollst du sofort Geld für einen angeblich in Not geratenen Verwandten überweisen.
- Erst zahlen, dann bekommen: Beim Vorschussbetrug sollst du eine „Gebühr" überweisen, um eine große Summe zu erhalten, die nie kommt.
So läuft der Überweisungstrick ab
- Vorwand aufbauen: eine dringende Rechnung, eine Anweisung von oben, ein Notfall oder ein angeblicher Sicherheitsvorfall.
- Druck erzeugen: Es muss schnell gehen, am besten vertraulich und ohne Rückfrage.
- Kontodaten liefern: Eine neue oder unbekannte IBAN wird als völlig normal dargestellt.
- Überweisung abgreifen: Ist das Geld einmal weg, wird es zügig weiterverschoben.
Überweisungstrick und verwandte Maschen
- Überweisungstrick: Du überweist selbst – getäuscht durch eine Geschichte.
- Vorkasse-Betrug: Du zahlst im Voraus für Ware, die nie kommt.
- Dreiecksbetrug: Dein Geld fließt in ein Geschäft zwischen mehreren Parteien, bei dem du unwissentlich mitwirkst.
Daran erkennst du es
- Eine geänderte oder unbekannte IBAN, besonders auf sonst vertrauten Rechnungen.
- Zeitdruck und Verschwiegenheit – du sollst schnell und ohne Rücksprache handeln.
- Eine ungewöhnliche Bitte, eigenes Geld „in Sicherheit" zu bringen oder umzuleiten.
- Der Kontakt kommt über einen anderen Weg als sonst oder passt nicht zum Absender.
So schützt du dich
- Kontodaten immer gegenprüfen – bei einer geänderten IBAN telefonisch über eine dir bekannte Nummer nachfragen, nie über die Kontaktdaten aus der Nachricht.
- Keine Eile zulassen: Seriöse Stellen setzen dich nicht unter Zeitdruck.
- Vier-Augen-Prinzip bei größeren Zahlungen, im Betrieb wie privat.
- Deine Bank verschiebt niemals dein Geld auf ein „sicheres Konto" – solche Aufforderungen sind immer Betrug.
Was tun, wenn du schon überwiesen hast?
- Sofort die Bank kontaktieren und um einen Rückruf der Überweisung bitten.
- Alle Belege sichern – Nachrichten, Rechnungen, Kontodaten.
- Anzeige bei der Polizei erstatten.
Bist du dir bei einer Zahlungsaufforderung unsicher, kannst du die Nachricht oder Adresse vorab mit dem Fake-Checker prüfen.