Glossar

Trauermasche

Auch: Trauer-Betrug, Grief Scam, Betrug mit Trauerfall, Fake-Traueranzeige, Kondolenz-Betrug

Bei der Trauermasche nutzen Betrüger Trauer und Verlust aus, um Geld oder Daten zu erpressen – per Anruf, Mail oder Fake-Spende.

Die Trauermasche nutzt Trauer und Verlust aus. Betrüger melden sich bei Angehörigen oder geben vor, ein Trauerfall sei eingetreten – und fordern Geld, Daten oder Zugang zu Konten. Der emotionale Ausnahmezustand macht klares Nachdenken schwer. Genau darauf setzen die Täter.

Die Masche überschneidet sich mit Schockanruf und Enkeltrick, hat aber einen eigenen Fokus: Tod, Bestattung, Nachlass und Mitgefühl.

So sieht die Trauermasche in der Praxis aus

  • Anruf nach Todesanzeige: Betrüger lesen öffentliche Traueranzeigen und melden sich als Gläubiger, Versicherungsvertreter oder „Freund" des Verstorbenen – mit erfundenen Forderungen.
  • Fake-Bestatter oder Behörden: Angeblich offene Kosten, die sofort überwiesen werden müssen.
  • Spendenaufruf: „Für die Familie" oder „Beerdigungskosten" in sozialen Netzwerken – oft Spendenbetrug.
  • Messenger-Nachricht: Ein angeblicher Verwandter schreibt von einer neuen Nummer wegen eines Todesfalls und bittet um Geld – verwandt mit dem Enkeltrick, aber mit Trauerkontext.
  • Phishing: Mail angeblich vom Bestattungsinstitut oder der Versicherung mit Link zu Zahlungs- oder Dateneingabe – siehe Phishing.

Typische Warnzeichen

  • Unerwartete Geldforderung rund um einen Todesfall.
  • Druck: Zahlung sofort, sonst keine Freigabe / keine Bestattung.
  • Absender ist schwer zu prüfen – neue Nummer, generische Mail.
  • Bitte um Geheimhaltung gegenüber anderen Angehörigen.
  • Ungewöhnliche Zahlungswege: Gutscheine, Bargeldübergabe, Krypto.

So schützt du dich

  • Bei Geldforderungen über einen zweiten Kanal nachfragen – bekannte Nummer der Familie, des Bestatters, der Versicherung.
  • Nichts am Telefon zusagen, bevor die Geschichte stimmt.
  • Traueranzeigen und Sozialprofil-Infos nicht unnötig öffentlich machen, soweit möglich.
  • Spenden nur an nachvollziehbare Organisationen oder bekannte Familienkonten – nicht an Fremde aus dem Netz.
  • Verdächtige Nummern und Absender mit dem FAKE-Checker prüfen.

Was tun im Ernstfall?

  1. Auflegen bzw. nicht antworten, wenn der Druck zu groß wird.
  2. Selbst zurückrufen – echte Kontakte, nicht die Nummer des Anrufers.
  3. Polizei verständigen, wenn Bargeld abgeholt werden soll oder du unsicher bist.
  4. Belege sichern, falls schon gezahlt wurde, und die Bank informieren.

Mitgefühl ist menschlich – Betrüger missbrauchen genau das. Kurzes Innehalten und Nachprüfen schützen dich und deine Familie.

Häufige Fragen

Was ist die Trauermasche?
Eine Betrugsmasche, die gezielt Trauernde oder Angehörige ausnutzt. Täter geben sich als Verwandte, Bestatter, Behörden oder Spendensammler aus und fordern unter emotionalem Druck Geld oder Daten.
Wie unterscheidet sich die Trauermasche vom Schockanruf?
Beim Schockanruf wird eine plötzliche Notlage erfunden – oft Unfall und Kaution. Bei der Trauermasche steht ein echter oder behaupteter Todesfall im Mittelpunkt: Kondolenz, Bestattungskosten, Nachlass oder Spendenaufrufe.
Was soll ich tun, wenn mich jemand wegen eines Todesfalls um Geld bittet?
Nicht sofort zahlen. Über einen zweiten, bekannten Kanal nachfragen – echte Nummer der Familie oder des Bestatters. Bei Unsicherheit die Polizei verständigen und nichts herausgeben.

Bist du auf etwas Verdächtiges gestoßen?

Du bist diesem Begriff in der Praxis begegnet? Prüfe die verdächtige Webseite, E-Mail oder Nachricht jetzt kostenlos mit unserem FAKE-Checker.

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