Glossar

Kettenbrief

Auch: Kettennachricht, WhatsApp-Kettenbrief, Glücksbrief, Weiterleitungs-Nachricht

Ein Kettenbrief ist eine Nachricht, die du an möglichst viele Kontakte weiterleiten sollst – oft mit Falschmeldung, Drohung oder verstecktem Betrugslink.

Ein Kettenbrief ist eine Nachricht mit einer klaren Aufforderung: „Leite das an alle weiter!" Früher kam er per Post oder E-Mail, heute fast immer über WhatsApp, andere Messenger oder soziale Netzwerke. Der Inhalt wechselt, das Prinzip bleibt: Die Nachricht lebt davon, dass möglichst viele sie ungeprüft weiterverbreiten.

Viele Kettenbriefe sind nur lästig. Manche verbreiten aber gezielt eine Falschmeldung, machen Kindern Angst – oder enthalten einen Link, hinter dem Phishing oder Abzocke steckt.

Typische Kettenbriefe aus der Praxis

  • Die Drohung: „WhatsApp wird kostenpflichtig, wenn du diese Nachricht nicht an zehn Kontakte schickst." Seit Jahren widerlegt, taucht in Wellen immer wieder auf.
  • Der Glücksbrief: „Schicke das an fünf Menschen, die du liebst, dann passiert morgen etwas Schönes." Harmlos, aber Training im ungeprüften Weiterleiten.
  • Die Angst-Kette für Kinder: Eine unheimliche Figur „besucht dich nachts", wenn du nicht weiterleitest. Für jüngere Kinder ernsthaft belastend.
  • Die falsche Warnung: „Die Polizei warnt: …" oder „Achtung, neuer Virus!" – ein klassischer Hoax im Kettenbrief-Format.
  • Die Kette mit Link: „Gratis-Gutschein für alle, die diesen Link teilen!" Dahinter stecken oft Datensammler, Abofallen oder Smishing-artige Betrugsseiten.

Daran erkennst du einen Kettenbrief

  • Die Aufforderung zum Weiterleiten ist wichtiger als der Inhalt.
  • Es wird mit Folgen gedroht oder Glück versprochen – je nachdem, ob du weiterleitest.
  • Dringlichkeit: „sofort", „bevor es zu spät ist", „wird bald gelöscht".
  • Keine überprüfbare Quelle – oder eine erfundene Autorität wie „die Polizei" oder „ein Anwalt".

Kettenbrief, Hoax und Spam – die Abgrenzung

  • Der Kettenbrief definiert sich über den Verbreitungsweg: Menschen leiten ihn freiwillig weiter.
  • Ein Hoax ist eine inhaltliche Falschmeldung – oft im Kettenbrief-Format unterwegs.
  • Spam wird massenhaft automatisch versendet, nicht von Kontakt zu Kontakt weitergereicht.

Gefährlich wird die Mischung: Eine erfundene Geschichte (Fake News) im Kettenbrief-Format mit einem Betrugslink erreicht über vertrauenswürdige Absender – Familie und Freunde – mehr Menschen als jede Spam-Welle.

So gehst du damit um

  • Nicht weiterleiten – auch nicht „nur zur Sicherheit".
  • Links nicht öffnen, sondern erst mit dem Fake-Checker prüfen.
  • Absender kurz aufklären, gerade in Familiengruppen – freundlich, ohne Vorwurf.
  • Mit Kindern sprechen: Erkläre, dass Drohketten erfunden sind und sie solche Nachrichten immer zeigen dürfen.

Häufige Fragen

Passiert wirklich etwas, wenn ich einen Kettenbrief nicht weiterleite?
Nein. Weder wird dein Account gesperrt noch passiert dir oder deiner Familie etwas. Die angedrohten Folgen sind frei erfunden und sollen dich nur zum Weiterleiten drängen.
Sind Kettenbriefe gefährlich für Kinder?
Sie können es sein. Drohketten wie angebliche Horror-Figuren, die nachts kommen, wenn man nicht weiterleitet, machen vor allem jüngeren Kindern echte Angst. Sprich darüber, dass solche Nachrichten erfunden sind, und schaut euch die Nachricht gemeinsam an.
Was mache ich mit einem Kettenbrief in der Familiengruppe?
Nicht weiterleiten und kurz freundlich darauf hinweisen, dass es sich um einen bekannten Kettenbrief handelt. Enthält die Nachricht einen Link, lass ihn vorher vom Fake-Checker prüfen, statt ihn zu öffnen.

Bist du auf etwas Verdächtiges gestoßen?

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